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hamburgsept2008-059

Hans Weiss

  • Diplom-Psychologe (DK)
  • Psychologischer Psychotherapeut
  • Kinder- und Jugendlichen-
    psychotherapeut
  • Verhaltenstherapie – Paar-
    und Familientherapie
  • Therapeutische Hypnose, NLP

Hypnosystemische Therapie

Zur Information über Klinische Hypnose/ Hypnotherapie zitiere ich hier aus den häufig gestellten Fragen auf der Homepage der Milton Erickson Gesellschaft (siehe: http://www.meg-hypnose.de/zu-hypnose.html):

Hypnotische Trance

Die Induktion einer hypnotischen Trance beginnt mit der Anleitung, die Aufmerksamkeit zunehmend zu konzentrieren und nach innen zu richten. In der Trance nimmt die Patientin innere Bilder, Erinnerungen und Gefühle intensiver wahr. Gleichzeitig können störende Wahrnehmungen, z.B. Geräusche, oder unangenehme Empfindungen, leichter ausgeblendet werden. Es entsteht ein subjektiv veränderter Bewusstseinszustand, in dem das Individuum sich sowohl losgelöst von der Umgebung als auch auf besondere Art verbunden erleben kann.

Dieser Bewusstseinszustand in der hypnotischen Trance ist mit deutlichen Veränderungen im Körper und Gehirn verbunden und kann von Schlaf und vom Alltagsbewusstsein unterschieden werden. Das therapeutische Potenzial der hypnotischen Trance  offenbart sich z.B. darin, dass akute Schmerzen ausgeblendet werden können, so dass ein operativer Eingriff ohne Anästhetikum möglich ist.
Hypnotische Reaktionen sind nicht mit Kooperation und Placeboeffekten zu verwechseln, sondern es handelt sich um eigene Mechanismen, wie vielfach nachgewiesen wurde.

hypnoth-2-text-mitteNeurobiologische Befunde

Die veränderte Arbeitsweise des Gehirns unter Hypnose lässt sich neurophysiologisch durch vermehrt langsame Hirnwellen und eine Aktivierung von Bereichen der Hirnrinde und des Mittelhirns belegen, die für Aufmerksamkeitssteuerung, Wahrnehmung und mentale Entspannung zuständig sind. In der hypnotischen Trance werden Lern- und Erinnerungsprozesse außerhalb der bewussten Wahrnehmung angesprochen und die bildliche Verarbeitung gefördert. Die imaginierten Bilder gewinnen in Trance innere Realität.

Physiologische Reaktionen

Bekannt ist der generelle Entspannungseffekt der Hypnose. Auch ihr positiver Einfluss auf die Immunfunktionen konnte vielfach nachgewiesen werden. Das wird in klinischen Studien zur Rückbildung von Herpes und Warzen deutlich und auch bei der Aufrechterhaltung der Immunkompetenz unter Stress. In Laborstudien wurde gezeigt, dass es unter Hypnose zum Anstieg der Konzentration von Leukozyten und anderen Immunparametern kommt. Die unwillkürlichen Reaktionen des Organismus in Trance wie die Handlevitation machen dem Patienten deutlich, dass Veränderungen unabhängig von seinem bewussten Denken stattfinden können.

Andere mentale Verarbeitung

In der Trance erfolgt die Informationsverarbeitung weniger rational analysierend und reflektierend, sondern eher ganzheitlich, bildhaft, assoziativ, intuitiv. Die Patientin ist absorbiert im inneren Erleben (Assoziation) oder kann sich spontan von belastenden Erfahrungen distanzieren (Dissoziation). Sie nimmt eine kindlich kreative Lernhaltung ein und ist empfänglicher für Suggestionen, Bilder und Metaphern der Therapeutin. Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis sind leichter verfügbar.

Wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit von Hypnose

Die Wirksamkeit Klinischer Hypnose ist in über 200 empirischen Studien für zahlreiche Krankheitsbilder, Verhaltensstörungen und medizinische Probleme nachgewiesen. Besonders erfolgreich ist der therapeutische Einsatz von Hypnose bei allen Angst- und Belastungsstörungen, Anpassungsstörungen, Ess-Störungen und Suchtverhalten (besonders Nikotinabusus), psychosomatischen Problemen (z.B. Migräne, Schlafstörungen, Allergien, Neurodermitis), somatoformen Störungen (z.B. Reizdarm), somatischen Leiden (z.B. Herpes, Warzen), akutem Schmerz (z.B. Geburt, Operationen, Zahnmedizin) und chronischem Schmerz (z.B. Tumorerkrankungen, Arthritis).

Was ist Hypnose nicht?

Hypnose ist nicht Schlaf, sondern innere Aktivität bei äußerer Entspannung.

Hypnose ist keine passiv empfangene Heilung durch Suggestionen des Hypnotiseurs, vielmehr arbeitet die Patientin in der Trance aktiv an den für sie wichtigen Themen.

Das Unbewusste wird als Selbst-Anteil der Patientin gedacht. Unbewusste Veränderungen können demnach nicht von einer Hypnotherapeutin bestimmt, sondern von der Patientin im gemeinsamen therapeutischen Prozess entwickelt werden.

Hypnose ist kein Mittel zur objektiven Wahrheitsfindung, weil im menschlichen Bewusstsein Erinnerung und Neubewertung von Erfahrungen vermischt werden.

Bei welchen Problemen und Symptomen hilft Hypnose?

Hypnose ist bei vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern eine nachgewiesen wirkungsvolle Heilmethode. Wissenschaftlich belegt ist die Anwendung bei folgenden Diagnosen:

Generalisierter Angst, spezifischer Angst (z.B. Angst vor dem Zahnarzt, Angst vor Prüfungen), Phobien (z.B. Angst vor Spinnen oder Spritzen), Depressionen, Raucherentwöhnung, Essstörungen (z.B. Übergewicht), Psychosomatischen Symptomen, Akuten und chronischen Schmerzen, Schlafstörungen, Sexuellen Problemen, Stottern und Redeangst, Rehabilitation nach Insult und Infarkt, Enuresis

Darüber hinaus gibt es Behandlungskonzepte für folgende weitere Diagnosen: Panikstörungen, Zwänge, Dissoziative Störungen, Bulimie, Tinnitus

Bei welchen Problemen und Symptomen hilft Hypnose nicht?

Hypnose wird nicht angewendet bei PatientInnen, die unter einer akuten Psychose leiden, z.B. Wahnvorstellungen haben, oder die akut suchtmittelabhängig sind.

PatientInnen, die generell instabil sind oder Schwierigkeiten haben, sich in der normalen Alltagswelt zurechtzufinden, profitieren mehr davon zu lernen, mit ihrer Lebenswelt umzugehen, anstatt sich in der Hypnose in eine innere Welt zurückzuziehen.
Für PatientInnen, die Kontakte und Konflikte mit anderen Menschen vermeiden, ist es hilfreicher zu lernen, auf Menschen zuzugehen und sich auseinanderzusetzen, statt sich in der Hypnose auf sich selbst zu beziehen.

Mittels Hypnose können ungewollt traumatische Erfahrungen aktiviert werden.

Hypnose ist kein Instrument zur Wahrheitsfindung: Das Erleben in Trance ist immer subjektiv, wobei Erinnern und Neu-Konstruieren zusammenwirken.

Hypnose hilft nicht, wenn PatientInnen mit unrealistischen Erwartungen in die Therapie kommen, z.B. Heilung von Krankheiten, deren Behandlung durch die Medizin nicht möglich ist. Auch eine passive Erwartungshaltung von Seiten der PatientInnen spricht gegen den erfolgreichen Einsatz von Hypnose.

Wie läuft eine Hypnosesitzung ab?

Hypnotherapie setzt eine therapeutische Vertrauensbeziehung voraus. Ist dies gegeben, so erleben die meisten Menschen eine hypnotische Trance als etwas sehr Angenehmes.

In der Einleitungsphase wird die Patientin angeleitet, die Aufmerksamkeit zu konzentrieren und nach innen zu lenken, um einen Trancezustand zu erreichen.

In der Therapiephase bietet die Therapeutin vielfältige Strategien an, die es der Patientin ermöglichen, auf einer unbewussten Ebene Veränderungsimpulse und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Dies geschieht z.B. über das Erleben besonderer Erfahrungen oder einer neuen Verknüpfung von Gedanken und Erinnerungen.

Nach jeder Trance erfolgt eine Reorientierung in die normale Alltagswelt.

Was geschieht mit mir in der Hypnose? Werde ich manipuliert/ fremdbestimmt? Bekomme ich mit, was passiert oder bin ich „weg“?
Eine Person in einer hypnotischen Trance ist, meist mit geschlossenen Augen, absorbiert in ihrem inneren Erleben. Dies bedeutet, sie ist mit ihren Bildern und Gefühlen beschäftigt (Regressiver Zustand) und nicht mit kritischen Gedanken darüber (Rationales Denken reduziert).

In der Regel wird eine Trance bewusst erlebt. PatientInnen wissen nicht nur, was geschieht, sondern sie selbst gestalten aktiv ihre Trance. Dabei leitet die Therapeutin sie an, unbewusste, unwillkürliche Prozesse zuzulassen und zu verstehen. Während der Trance kann die Patienten sagen oder zeigen, was sie erlebt und was ihr wichtig ist, und damit Ausrichtung und Fortlauf der Trance mitbestimmen. Es entwickelt sich eine intensive kooperative Beziehung zwischen Therapeutin und Patientin.

(Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur Show-Hypnose, wo der Hypnotiseur sich nicht für das Erleben und die Gedanken der TeilnehmerInnen interessiert, sondern für eine möglichst spektakuläre Darstellung).

Wie bei anderen Psychotherapeutischen Verfahren erfolgt die Veränderungsarbeit von Seiten der PatientInnen. Ein Hypnotherapeut unterstützt den Patienten bei der Lösung seines Problems (aber er kann das Problem nicht für den Patienten lösen).“